Ich erlebe unbezahlbare Momente

Max Trierweiler

Als Hobbymusiker hat Max Trierweiler schon mit prominenten Schlagersängern und Volksmusikanten wie Roy Black, Rex Gildo oder Tony Marshall auf der Bühne gestanden, er ist in Fernseh- und Radiosendungen aufgetreten. Aber nie ist ihm passiert, was ihm vor einigen Jahren im Gemeindepflegehaus in Urbach des Alexander-Stifts passierte: Max Trierweiler hatte gerade die ersten Takte seines Eingangslieds gesungen, da rief eine ältere Frau in der ersten Reihe laut und vernehmlich: "Aufhören, aufhören!" "Das muss man erst mal verkraften", erinnert sich Max Trierweiler, "ich habe dann halt weitergesungen, als wenn nichts gewesen wäre." Die demente Frau wurde dann von ihrer Tochter, die neben ihr saß, hinausgeführt, und Max Trierweiler war um ein "unvergessliches Erlebnis" reicher.

Von diesem für einen kurzen Moment irritierenden Zwischenfall abgesehen erlebt der 73jährige Urbacher seine regelmäßigen ehrenamtlichen Auftritte in den zwei Häusern des Gemeindepflegehauses durchweg positiv. Wenn er mit seiner Gitarre singend durch den Raum und die Stuhlreihen läuft und sein Publikum zum Mitsingen animiert, und wenn die singenden Menschen dann Freude und Begeisterung ausstrahlen, seien das „wunderschöne Momente, die mit Geld nicht zu bezahlen sind“, meint Max Trierweiler.

Das gilt besonders dann, wenn er merkt, wie „demente Menschen, die sonst vielleicht tage- und wochenlang nichts von sich geben, plötzlich mitsingen, weil in ihrem Langzeitgedächtnis die alten Lieder aus der Kindheit und Jugend wieder auftauchen.“ Zu seinem ehrenamtlichen Engagement ist Max Trierweiler, der früher Abteilungsleiter in der Landesversicherungsanstalt war, vor einigen Jahren durch Zufall gekommen:

Mit einer Bekannten, die Bewohnerin im Gemeindepflegehaus war, sang er in deren Zimmer, was bald zur Anfrage führte, ob er nicht auch vor einem größeren Publikum spielen könne. Als Mann der Bühne, der auch gerne selbst komponierte Lieder und selbst verfasste Verse (auf Schwäbisch) vorträgt, war das für Max Trierweiler „eine Selbstverständlichkeit.“ Bis heute bekommt der Routinier Anfragen für Auftritte, aber Max Trierweiler lehnt stets ab: „Ich bin zu alt dafür, ich will es nicht so machen wie Johannes Heesters.“ Für die Häuser des Alexander-Stifts in Urbach will er aber auch in Zukunft eine Ausnahme machen.